Sgraffitobilder von lokalen Künstlern waren im 20. Jh. eine beliebte Art und Weise um Fassaden zu dekorieren. V.a. in den 1950er und 1960er entstanden so viele Kunstwerke an Schulen, Gemeindehäusern und privaten Bauten. Diese sind jetzt oftmals von Abriss bedroht oder stehen im Clinch mit geplanten Fassadensanierungen und/oder Wärmedämmung.
Wie gehen wir damit um?
Eine spannende Frage, mit der ich dieses Jahr auch konfrontiert wurde.
Es ist selten einfach eine Lösung zu finden und für jedes Objekt zeichnen sich verschiedene Ebenen und Diskussionspunkte ab...
Erhaltung - Authentizität - Kontext - Präsentation - Technologische Möglichkeiten - Kompromissfindung - Interessensgruppen - Vermittlung - ....
Im Fall des Lindhofschulhauses wurde entschieden eine Kopie des Kunstwerks in der gleichen Handwerkstechnik auf der neuen Wärmedämmung anzufertigen. Das Original wurde fachgerecht abgedeckt und ist unter der neuen Wärmedämmung weiterhin erhalten.
Ein anderes Beispiel ist das Sgrafitto von Walter Eglin in Ormalingen, welches sich an der Fassade der Turnhalle befand. Die Turnhalle wurde nicht gedämmt sondern 2017 abgerissen. Dank dem Engagement einer Gruppe von Einwohner:innen, die gegen den Abriss des Sgraffitos waren und der Liegenschaftsbeaitzerin des neuen Standorts konnte das Sgraffito gerettet werden. Es wurde mitsamt des Mauerwerks herausgeschnitten und am heutigen Standort montiert.
Weitere Infos finden Sie hier: https://www.srf.ch/news/streit-um-kulturerbe-in-ormalingen-wird-ein-wandbild-zum-politikum
Wandbild von Walter Eglin am neuen Standort:

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